Geschichte

Die Musikkapelle Hengsberg wurde 1919 von der Freiwilligen Feuerwehr auf Anregung des Pfarrers und Feuerwehrkommandanten Michael Niederl gegründet (pol. Meldung 01.04.1976, He 56/1-1976). Die Auflistung der „Musikmannschaft 1919“ der Freiwilligen Feuerwehr führte bereits 26 Mitglieder. Als erster Kapellmeister wirkte der ehemalige Militärmusiker Franz Mandl, der jedoch bereits nach einjähriger Tätigkeit aufgrund des seiner Meinung nach zu langsamen Fortschrittes sein Amt an Georg Schawill übergab. 
Nach kurzer Zeit übernahm Franz Ninaus die Feuerwehrkapelle. Ninaus war auch als Komponist der Gegenwart tätig und widmete der Musikkapelle Hengsberg unter anderem die Werke „Gruß aus Hengsberg“, „Raiffeisenmarsch“, „Feuerwehrmarsch“, „Kameradschaftsmarsch“, „Klänge aus dem Laßnitztal“, „Preußens Gloria“ und den „Musikverein Hengsberg Marsch“; letzteren zur Vereinsgründung. Im Jahr 1920 wurde neben der Feuerwehrkapelle auch die „Bündlerkapelle“ (die spätere „Feuerwehrkapelle Schönberg“) gegründet. Zu der durchaus rivalisierenden Haltung beider Kapellen in Hengsberg wurde von Franz Schromm folgender Ausspruch aufgezeichnet: „Das Geschehene ist unverständlich, wir haben die Anderen und die Anderen haben uns nicht gemocht. Jedoch keiner wußte warum“. Ab 1938 existierte in Hengsberg nur mehr eine aus der „Bündlerkapelle“ und der Feuerwehrkapelle zusammengesetzte Kapelle, die jedoch kriegsbedingt ab 1939 nicht mehr spielfähig war. Dennoch bemühte sich Georg Schawill um die Instrumente und sorgte im Rahmen der Möglichkeiten für eine Weiterführung der Ausbildung, sodass 1943 bei der Soldatenbetreuung und im Rahmen eines Marschwertungsspieles in Leibnitz mitgewirkt werden konnte.

Alois Pucher gelang es, die vereinte Musikkapelle nach dem Krieg wieder zu einem geregelten Probenbetrieb zu führen. Er leitete die Kapelle von 1942 bis 1975. Das wieder eingeführte Neujahrsgeigen musste aufgrund der verstärkten Abwanderung in auswärtige Betriebs- und Arbeitsstätten eingestellt werden. Traditionsreicher Ersatz dafür war das Muttertagswunschkonzert, das bis heute veranstaltet wird. 1966 wurde dem Wunsch nach einer einheitlichen Stimmung durch die Angleichung an die Normalstimmung Rechnung getragen, wofür 60.731,- Schilling aufgebracht werden mußten. Sowohl die Bevölkerung als auch die Gemeinde und das Land Steiermark subventionierten dieses Vorhaben. 1976 erfolgte die offizielle Gründung des Vereines „Musikverein Hengsberg“. Mit Stolz resumierte Bgm. Anton Lienhart 1979: „Die Musik ist in der Gemeinde Kulturträger Nummer eins!“[2] Johann Gotthardt leitete die Kapelle seit Vereinsgründung bis 1982 als Kapellmeister und bis 2002 als Stabführer. Alfons Haar übernahm die musikalische Leitung im Jahr 1982.  Neben der Teilnahme an den Landesmusikfesten fand 1983 ein Besuch der Blaskapelle Neufahrn in Bayern statt. 1984 erlitt der Musikverein einen schweren Schlag durch den plötzlichen Tod von Obmann DI Dr. Siegfried Ulrich, dessen Position von Ing. Johann Mayer bis 1998 weitergeführt wurde. Seit 1994 finden am ersten Adventsonntag jährlich Kirchenkonzerte statt. Nach 15jähriger Kapellmeistertätigkeit übergab Alfons Haar sein Amt 1997 an Mag. Manfred Rechberger. In diesem Jahr führte eine Konzertreise den Musikverein Hengsberg nach Furtwangen (D), 1999 fand der Gegenbesuch der Stadtkapelle Furtwangen in Hengsberg statt. 2000 konnte im Rahmen eines Freundschaftsbesuches bei der Partnerkapelle Holletau (D) eine Konzertreise absolviert werden. Seit dem Jahr 2000 ist der Musikverein auch im Internet unter www.mvhengsberg.at mit monatlich über 1000 Zugriffen präsent. Einen Höhepunkt der Vereinsgeschichte stellte das Blasmusik-Open-Air des Jahres 2002 dar. Als überregionales Projekt konzipiert, konzertierten zahlreiche Musiker der Region Leibnitz vor rund 700 Zuhörern. Aufgrund der erfolgreichen Teilnahme an Konzertwertungsspielen wurde 1998 und 2003 der „Steirische Panther“ verliehen.